Donnerstag, 7. Mai 2015

Leseprobe: Als wäre es gestern gewesen



Sam kam zu uns geeilt. >>Was ist passiert? <<
>>Unsere Bissmahle bluten. <<, erklärte Haakon und schaute sie mit großen Augen an.
>>Wir müssen Theon Bescheid geben. <<, rief sie und rannte zu Mina. Die beiden verschwanden kurz darauf. Mittlerweile blutete auch meine Narbe. Es war jetzt kein Rinnsal aber es war trotzdem nicht angenehm zu bluten. Vom Schwindel ganz zu schweigen. Ich kam mir so sterblich vor. Kurz darauf kamen Sam, Mina und Theon.
Theon klatschte in die Hände und alle hörten abrupt auf zu reden. >>Wir müssen los. Wenn eure Bissmahle anfangen zu pulsieren und zu bluten ist das der beste Beweis. Kyle ist nicht mehr weit. <<

Es regnete als wir irgendwo in einem Wald  in Helsinki landeten. Um zu fliegen hatte ich all meine Kräfte aktiviert, doch wie sollte ich so geschwächt noch kämpfen. Noemi brach plötzlich vor Shanes Füßen zusammen. Ihre Arme und ihr Hals bluteten und erst jetzt bemerkte ich, dass sie von uns am meisten Bissnarben hatte. Wir versammelten uns in einem Kreis und ich fragte Theon um Rat. >>Was sollen diejenigen von uns tun die von Kyle verwandelt worden sind? Wir sind so geschwächt, da ist an einen Kampf gar nicht erst zu denken. <<
Haakon stimmte mir Kopfnickend zu. Theon schaute rüber zu Noemi und rannte sofort zu ihr. Shane hockte mittlerweile auf dem kalten Boden und hielt Noemis Kopf. Dann griff Theon in die Innentasche seines schwarzen Velourmantels. >>Reibt euch das hier in die Narbe. <<, sagte er und gab jedem von uns eine Prise voll Pulver. Dann rieb er damit Noemis Hals und ihre Arme ein.
>>Was ist das? <<, fragte Shane.
>>Lanvandula augustifolia. <<, entgegnete Theon.
>>Herkömmlicher Lavendel? <<, fragte ich. Theon nickte >>Es bewirkt eine Reizung der Haut womit die Haut bei Vampiren wieder verheilt. <<
Es dauerte nicht lange bis sich die Wirkung entfaltete.
>>Tatsächlich. <<, sagte Noemi und strich sich über ihre Narben. >>Ich blute nicht mehr und fühle mich wieder
 fit. <<
>>Der Vorteil dabei ist noch das es bei Vampiren noch zu einem Abfall von Hunger kommt und man stärker
 wird. <<, sagte Mina.
Plötzlich erschnüffelte ich den seichten Geruch von Pfefferminze. >>Er ist hier nicht wahr? <<, flüsterte ich in Theons Richtung. Er nickte. Seltsame Geräusche drangen aus der Ferne zu uns durch. Es hörte sich so an als würde man gerade einen schlechten Horrorfilm schauen. Es waren die Zombies.
Meine Augen fingen im dunklen Wald an nach IHM zu suchen. Ich nahm Sam in den Arm. Eine Weile standen wir und horchten. Aus welcher Richtung würden sie wohl kommen? Wussten sie dass wir hier waren und würden uns womöglich umzingeln?
Aus dem Nichts ertönte dann eine Stimme die den meisten von uns bekannt vorkam und mir eine Gänsehaut bescherte.
>>Hallo, alle zusammen! <<, sagte die Stimme.
Ich drehte mich um und schob Sam hinter mich. Theon, Haakon und ich standen vorne. Ich wollte nicht dass ER Sam sah. Denn die Stimme gehörte zu Kyle.
>>Oh, wie schön, Brüderchen. Wie ich sehe hast du Verstärkung mitgebracht. <<, sagte Kyle sarkastisch.
Er blickte sich um.
>>Ich komme auch nicht alleine, wie man hört. Das Dumme ist nur, dass sie ein wenig laaangsaaam sind. <<, sagte Kyle und gähnte künstlich.
Ich spürte auf einmal die Stelle an der mein Herz einst schlug. Es fühlte sich so an als wäre dort ein kleines Feuer entbrannt. Das mich zu verbrennen drohte. Und obwohl meine Bisswunde nicht mehr blutete merkte ich sie trotzdem ein wenig. Sie zwickte etwas. Meine Augen fingen von innen zu brennen an und mussten kurz schwarz aufgeleuchtet sein, denn Kyle schien es bemerkt zu haben.
>>Hallo, Alex. Wie ich sehe hast du deine Freunde dabei. Das sind fast alle meine Neffen und Nichten. Sowie meine Geschwister. Das ist nicht nett von euch. <<, sagte Kyle gespielt rührend und blickte schließlich finster in die Runde.
>>Weißt du Alex, ich spielte damals mit dem Gedanken dich zu töten. Aber der Gedanke dich mit dem Vampirsein zu quälen amüsierte mich noch viel mehr. Ich wollte dass du leidest so wie ich damals gelitten habe. Weißt du wenn du nicht gewesen wärst, wäre Sam nun meine Frau. <<

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