Sam kam zu uns geeilt. >>Was ist passiert? <<
>>Unsere Bissmahle bluten. <<, erklärte Haakon und schaute
sie mit großen Augen an.
>>Wir müssen Theon Bescheid geben. <<, rief sie und rannte
zu Mina. Die beiden verschwanden kurz darauf. Mittlerweile blutete auch meine
Narbe. Es war jetzt kein Rinnsal aber es war trotzdem nicht angenehm zu bluten.
Vom Schwindel ganz zu schweigen. Ich kam mir so sterblich vor. Kurz darauf kamen
Sam, Mina und Theon.
Theon klatschte in die Hände und alle hörten abrupt auf zu reden.
>>Wir müssen los. Wenn eure Bissmahle anfangen zu pulsieren und zu bluten
ist das der beste Beweis. Kyle ist nicht mehr weit. <<
Es regnete als wir irgendwo in einem Wald in Helsinki landeten. Um zu fliegen hatte ich
all meine Kräfte aktiviert, doch wie sollte ich so geschwächt noch kämpfen. Noemi
brach plötzlich vor Shanes Füßen zusammen. Ihre Arme und ihr Hals bluteten und
erst jetzt bemerkte ich, dass sie von uns am meisten Bissnarben hatte. Wir
versammelten uns in einem Kreis und ich fragte Theon um Rat. >>Was sollen
diejenigen von uns tun die von Kyle verwandelt worden sind? Wir sind so
geschwächt, da ist an einen Kampf gar nicht erst zu denken. <<
Haakon stimmte mir Kopfnickend zu. Theon schaute rüber zu Noemi und
rannte sofort zu ihr. Shane hockte mittlerweile auf dem kalten Boden und hielt
Noemis Kopf. Dann griff Theon in die Innentasche seines schwarzen
Velourmantels. >>Reibt euch das hier in die Narbe. <<, sagte er und
gab jedem von uns eine Prise voll Pulver. Dann rieb er damit Noemis Hals und
ihre Arme ein.
>>Was ist das? <<, fragte Shane.
>>Lanvandula augustifolia. <<, entgegnete Theon.
>>Herkömmlicher Lavendel? <<, fragte ich. Theon nickte
>>Es bewirkt eine Reizung der Haut womit die Haut bei Vampiren wieder
verheilt. <<
Es dauerte nicht lange bis sich die Wirkung entfaltete.
>>Tatsächlich. <<, sagte Noemi und strich sich über ihre
Narben. >>Ich blute nicht mehr und fühle mich wieder
fit. <<
>>Der Vorteil dabei ist noch das es bei Vampiren noch zu einem
Abfall von Hunger kommt und man stärker
wird. <<, sagte Mina.
Plötzlich erschnüffelte ich den seichten Geruch von Pfefferminze.
>>Er ist hier nicht wahr? <<, flüsterte ich in Theons Richtung. Er
nickte. Seltsame Geräusche drangen aus der Ferne zu uns durch. Es hörte sich so
an als würde man gerade einen schlechten Horrorfilm schauen. Es waren die
Zombies.
Meine Augen fingen im dunklen Wald an nach IHM zu suchen. Ich nahm Sam
in den Arm. Eine Weile standen wir und horchten. Aus welcher Richtung würden
sie wohl kommen? Wussten sie dass wir hier waren und würden uns womöglich
umzingeln?
Aus dem Nichts ertönte dann eine Stimme die den meisten von uns bekannt
vorkam und mir eine Gänsehaut bescherte.
>>Hallo, alle zusammen! <<, sagte die Stimme.
Ich drehte mich um und schob Sam hinter mich. Theon, Haakon und ich
standen vorne. Ich wollte nicht dass ER Sam sah. Denn die Stimme gehörte zu
Kyle.
>>Oh, wie schön, Brüderchen. Wie ich sehe hast du Verstärkung
mitgebracht. <<, sagte Kyle sarkastisch.
Er blickte sich um.
>>Ich komme auch nicht alleine, wie man hört. Das Dumme ist nur,
dass sie ein wenig laaangsaaam sind. <<, sagte Kyle und gähnte künstlich.
Ich spürte auf einmal die Stelle an der mein Herz einst schlug. Es
fühlte sich so an als wäre dort ein kleines Feuer entbrannt. Das mich zu
verbrennen drohte. Und obwohl meine Bisswunde nicht mehr blutete merkte ich sie
trotzdem ein wenig. Sie zwickte etwas. Meine Augen fingen von innen zu brennen
an und mussten kurz schwarz aufgeleuchtet sein, denn Kyle schien es bemerkt zu
haben.
>>Hallo, Alex. Wie ich sehe hast du deine Freunde dabei. Das sind fast
alle meine Neffen und Nichten. Sowie meine Geschwister. Das ist nicht nett von
euch. <<, sagte Kyle gespielt rührend und blickte schließlich finster in
die Runde.
>>Weißt du Alex, ich spielte damals mit dem Gedanken dich zu
töten. Aber der Gedanke dich mit dem Vampirsein zu quälen amüsierte mich noch
viel mehr. Ich wollte dass du leidest so wie ich damals gelitten habe. Weißt du
wenn du nicht gewesen wärst, wäre Sam nun meine Frau. <<
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen